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14.11.2013, 04:27

Welches UNIX OS

Ich lerne in der Uni gerade C und Betriebssysteme und braeuchte zum Testen ein UNIX-basiertes Betriebssystem.
Hab UNIX-Systeme vorher noch nie angefasst. Mac genau so wenig.

Koennt ihr mir was empfehlen?

Und wie installier ich das am besten parallel?
Die SSD halb halb partitionieren?
"ja ich hab auch nen großen penis, aber das beantwortet nicht meine frage" - Blawas

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »SenF_Ch4nKyy« (14.11.2013, 04:40)


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14.11.2013, 12:22

Zu Unix allgemein kann ich wenig sagen, habe (Free-)BSD und ähnliches noch nicht verwendet, aber ich kann ein paar Anmerkungen zu Linux machen. Denke Linux ist eh die erste Wahl zum einsteigen.

Es gibt bei Linux ja einige unterschiedliche Distributionen, die oft unterschiedliche Ziele verfolgen.

#Ubuntu: Ist mit am verbreitetsten und angeblich für den unerfahrenen User am besten geeignet. Entwickelt mit dem Ziel einer einfachen Benutzung und viel automatischer Konfiguration. Persönliche Erfahrung: Taugt nicht, ich habs nichtmal hinbekommen ein X-Umgebung zu installieren die nicht totaler Müll ist, der Standard Desktop ist für mich komplett unbrauchbar. Zugegen ich hätte etwas mehr Zeit investieren können, dann lässt sichs evtl. auch gut konfigurieren.

#Suse: Mein Favorit, habe im Büro seit Jahren nichts anderes und komme (vermutlich gerade deswegen) sehr gut damit klar. Es ist sehr flexibel in der Konfiguration und die Software Repositories sind sehr umfangreich, soll heissen ich habe bisher alles bekommen was ich zum arbeiten brauche. Nachteil ist, dass es etwas zickig ist bei fehlerhafter Konfiguration oder bei Gebrauch von externer Software, automatische Problemlösung etc. funktioniert fast nie.

#Debian: Gilt als das "sauberste" Linux (bzw. gibts auch mit BSD Kernel), dh. der Distributor drückt hier am wenigsten seinen Stempel auf. Ist eher minimalistisch gehalten und wird häufig für Server eingesetzt, wie umfangreich die Software Repositories in der Praxis sind habe ich wenig Erfahrung.

#CentOS: Habe ich gelegentlich beruflich mit zu tun, mein Eindruck ist, dass es auch eher was für Spezialisten ist.

Genrell ist bei Linux wichtig, dass die Software Repositories (vergleichbar mit Google Play etc.) alles wichtige enthalten um mit zwei Klicks das Programm zu installieren. Zwar ist eine Installation von Drittsoftware immer möglich, aber anders als bei Windows funktioniert das nahezu nie auf Anhieb. Für die bekannten Distributionen sind oft Installer-Packages vorhanden (.rpm etc.) aber selbst die können in mit der falschen Releaseversion schon nicht mehr laufen. Die Eigenkompilate sind nochmal um einiges aufwendiger zum laufen zu bekommen. Für einfache C,Java etc. Entwicklung taugen aber sicherlich alle Systeme, diese Grundfunktionen sind überall mit dabei.

Zur Installation würde ich dir zu Virtual Box raten (www.virtualbox.org). Ich habe zu Hause ein Suse Guest System auf meinen Windows Host untergebracht und das funktioniert super. Virtual Box ist Freeware und hat bei mir anstandslos funktioniert, nur die Freigabe eines gemeinsam genutzten Ordners war etwas frickelig. Eine virtuelle Maschine hat den Vorteil, dass du die Festplatten nicht umpartitionieren musst, was häuftig zu Problemen und Dateiverlust führen kann und falls du das Linux nicht mehr brauchst, ist es in 1min wieder gelöscht. Man kann dann auch einfach mehrere Systeme nebeneinander ausprobieren.

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14.11.2013, 14:13

Moin.
Mit einem "richtigen" UNIX-System habe ich auch keine Erfahrung, kannst dich ja mal auf distrowatch.org umsehen, bin mir sicher, dass da etwas für dich dabei sein wird.

Beim raschen Herumstöbern scheinen die hier einen vernünftigen Eindruck zu machen

http://en.wikipedia.org/wiki/GhostBSD

http://en.wikipedia.org/wiki/PC-BSD

schliesse mich aber Erg_Raider an und würde dir ebenfalls dazu raten, dir erst einmal in Ruhe ein paar Linux Distros anzusehen. Falls du keine VM installieren möchtest, kannst du die meisten Linux-Distros auch recht problemlos per USB-Stick als Live Session laufen lassen, in Ruhe reinschnuppern und dich dann für eine Distro entscheiden.

Ich selbst bin auch noch ziemlich grün hinter den Ohren was Linux anbelangt, habe zwar jahrelang mit dem Pinguin sympathisiert, bin aber erst im April oder Anfang Mai endgültig auf Linux umgestiegen.

Hier nun meine Empfehlungen aus einer "Rookie-Perspektive"

#Ubuntu: Ist zwar wohl neben Mint die Einsteigerfreundlichste Linux Distro, lass aber bloss die Finger davon. Die Standard-Desktopoberfläche Unity ist hässlich wie die Nacht. Generell beschleicht einem das Gefühl, dass Canonical gerne Apple 2.0 wäre. Wer sich am "Smartphonegefühl" von Metro in Win8 gestört fühlt, wird mit Unity erst recht nicht glücklich. Ferner stört mich daran, dass Ubuntu standardmässig mit einer "Shoppingfunktion" daherkommt, habe wenig Lust auf ein Betriebssystem, dass nach Hause telefoniert.

mehr dazu: http://en.wikipedia.org/wiki/Unity_%28us…acy_controversy

#Linux Mint: http://linuxmint.com/
Neben Ubuntu die wohl am weitesten verbreitete Linux Distro im Desktop-Bereich. Basiert auf Debian / Ubuntu, kommt aber ohne den ganzen Schrott, der Ubuntu unbrauchbar gemacht hat daher. Sehr einsteigerfreundlich, da die ganzen Mediacodes & Programme, die man im Alltag braucht (Firefox/ LibreOffice [ehemals OpenOffice] / Vlc / Gimp & Co) mitinstalliert werden. Vom Aufbau her erinnert es mich an Windows XP, was ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss :). Linux Mint ist eine sehr solide Distro und die meisten Sachen wie Wlan, Grafikkarte etc funktionieren "out of the box".

#Bodhi Linux http://bodhilinux.com/
zwar "klickibunti", aber von der guten Art. Bodhi ist eine minimalistische Linux-Distro, die von Haus aus mit der Enlightenment Desktopoberfläche daherkommt und so konzipiert ist, dass sich auch auf älterer Hardware problemlos läuft. Klein, schnell, hübsch.


#Crunchbang www.crunchbang.org // http://debianhelp.wordpress.com/2012/10/…bian-wheezy-os/
Mein persönlicher Favorit, die Distro auf der ich hängengeblieben bin. Crunchbang basiert in der aktuellen Version (Crunchbang 11 Waldorf) auf Debian 7. Crunchbang ist eine Distribution die einen minimalistischen Ansatz verfolgt und standardmässig mit Openbox als Window Manager und Conky daherkommt. Wie Erg_Raider bereits angedeutet hat, gilt Debian als die sauberste Distro, ein kleiner Nachteil daovn ist, dass man in der Stable Version nicht immer problemlos Zugriff auf die allerneuesten Pakete hat, sollte man auf so etwas angewiesen sein, kann man immer noch auf die SID-Version zurückgreifen.
An Crunchbang begeistert mich vor allem wie ressourcenschonend das System ist, konnte noch nie feststellen, dass Crunchbang mehr als 200 MB RAM belegt. Der Bootvorgang (auf meinem alten Laptop ohne SSD: circa 8 Sekunden) und der Start von Anwendungen erfolgen blitzschnell und das System läuft sehr stabil.
Ein Vorteil von Crunchbang ist zusätzlich, dass es sich recht leicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, fairerweise muss man jedoch anmerken, dass zahlreiche "speziellere" Settingeinstellungen mithilfe eines Editors bearbeitet werden müssen und Crunchbang nicht den Komfort einer "grossen" Distro wie z.B. Linux Mint aufweist, dies betrachte ich aber nicht unbedingt als Nachteil, da ich glaube, dass ich dadurch, dass ich gezwungen wurde mich wirklich mit dem System zu beschäftigen, in dem halben Jahr mehr über Linux gelernt habe, als wenn ich zu einem "Linux mit Handbremse" à la Ubuntu gegriffen hätte. Generell anmerken möchte ich, dass ich die Konfigurationsvielfalt von Linux-Systemen sehr schätze (Neuer Window Manager? Kein Problem. Anderer File-Manager? Easy. etc.) und die Freiheit, mich kreativ auszutoben sehr liebe.

Hier noch ein etwas älterer Screenshot meines Systems
http://s14.directupload.net/images/130825/tg4w8mq5.png

Taskbar: Tint2
Im Vordergrund: oben links: Mocp (ein im Terminal laufender Audio Player), rechts daneben VLC (ACE),
unten links: der File-Manager, unten in der Mitte: Openbox rechts unten im Hintergrund: Conky


AoCBox - think outside the box!

sylence

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4

14.11.2013, 16:50

Für die Uni zum Testen von Kram, den man in Betriebssystem-Vorlesungen lernt und für ein bisschen C kannst du, wie die anderen hier schon vorgeschlagen haben, wirklich jede Linux-Distribution nehmen. Wenn es doch explizit ein Unix sein soll, dann ist FreeBSD noch am stärksten am Mainstream (im Sinne von leicht zu installieren, inkl. grafischer Oberfläche). Falls du irgendwie an kompatible Hardware (Macs) kommst, ist OSX auch keine schlechte Wahl, da steckt immerhin ein echtes Unix drunter. In allen Fällen benötigst du für den Unikram onehin nur ein Terminal, alles andere ist Spielerei. Um Zeit und Platz zu sparen, ist etwas möglichst leichtes wie Debian oder Archlinux dann wohl die beste Wahl. Den Kram dann am besten bewusst ohne grafische Oberfläche installieren, so lernst du auch nebenbei noch ein bisschen was. :)
sylence.cc

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