Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: MastersForum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Beiträge: 2 861

Wohnort: Kloster

Beruf: Statistiker

  • Nachricht senden

61

04.06.2016, 14:23

Hab heute gehört/gelesen, dass muslimische Frauen christliche Männer nicht heiraten dürfen nach muslimischer Auffassung, vice versa jedoch schon. Also wenn ich in so einem Land leben würde, würde ich auf die Barrikaden gehen.

Und ich sehe es so: Wenn wir Menschen aus diesen Ländern hier helfen, dann haben wir auch ein Recht in diesen Ländern einzugreifen.
live is live, nana nanana :D

Zitat

Original von -=)GWC(RaMsEs
von 50k könnte ich in münchen nicht mehr leben.

62

04.06.2016, 14:26

also ich stimme 100%ig mit Malone überein; auf Reddit ist das aber ganz sicher keine Mehrheitsposition, würde da maximal auf 1/4 tippen; der Apologismus und Relativismus ist glaub nirgendwo so stark wie in Deutschland

63

04.06.2016, 14:26

@_Icedragon_

Das heißt im Umkehrschluss, wenn irgendein Land auf der Welt ein paar Deutschen hilft, darf es in Deutschland "eingreifen".
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

Beiträge: 2 861

Wohnort: Kloster

Beruf: Statistiker

  • Nachricht senden

64

04.06.2016, 18:33

Ein "paar" Syrern ist eine Untertreibung. Und all die Syrer die dort vertrieben werden durch idiotische Machthaber/Militärs, sollten dorthin zurückkehren können und angemessen leben können.
live is live, nana nanana :D

Zitat

Original von -=)GWC(RaMsEs
von 50k könnte ich in münchen nicht mehr leben.

65

04.06.2016, 22:15

Aber ist es sinnvoll, die Extremposition der einen Seite mit einem Mittel der anderen Seite zu vergleichen? Dann muss man schon auf beiden Seiten Extrempositionen vergleichen. Da gibt es beid er Religion auch genügend Beispiele.

Übrigens waren die Nazis keineswegs a-religiös, sondern bedienten sich auch der Religion. Es ist überhaupt die Frage, was konstituierendes Merkmal einer Religion ist und ob deutscher Faschismus in der speziellen Ausprägung der NSDAP nicht vielleicht auch so viele religiöse Elemente enthält, dass er zur Religion gezählt werden kann. Nicht alle Religionen haben eine Trennung von Staat und Religion oder keinen umfassenden Durchdringungs- und Herrschaftsanspruch.

ich habe jeweils die politische und religiöse zielsetzung verglichen und dabei zu zeigen versucht, dass religiöse ideologien eben nicht per se mörderischer sind als weltliche, sondern vmtl. eher das gegenteil richtig ist.
als beispiel habe eine radikale politisch-religiöse gruppierung (IS) und NS-Deutschland als weltliches gegenstück erklärt.

das der nationalsozialismus neuerdings unter religion gefasst wird ist mir neu. das ist kreativ.
bei deinem letzten satz zu Trennung von Staat und religion sehe ich übrigens keinen gehalt.

66

04.06.2016, 22:37

die behauptung der islam wäre eine (womöglich auch noch intolerante) politische ideologie ist auf mehreren ebenen falsch.
der islam ist eine in sich heterogene weltreligion. schon aufgrund der verschiedenheiten und widersprüchlichkeiten innerhalb der islamischen religion kann nicht von einer irgendwie gearteten homogenität ausgegangen werden.
das zweite grundproblem ist die 1:1 verknüpfung von religion und politischer ideologie die hier unterstellt wird.
es mag einige gruppen geben, die die religion tatsächlich als ideologisches fundament benutzen. aber die sind keinesfalls gleichzusetzen mit der masse der angehörigen des muslimischen glaubens.

dieses konstruierte feindbild eines expansiven, intoleranten islamofaschismus ist imho ein kaum verhülltes rassistisches feindbild.
es ist übrigens auch noch nicht lange her, dass man sich in deutschland und auch anderorts sicher war, dass das judentum (eine andere religiöse gruppe) den staat unterwandern, ausbeuten und versklaven würde und es die pflicht jedes deutschen wäre angesichts dieser bedrohung die eigene kultur zu retten.
(1) Eine perfekte Homogenität unterstellt niemand. Aber: Ich halte es für zulässig in dieser Diskussion unter dem Begriff "Islam" die Hauptströmungen: Sunniten und Zwölfer-Schia zusammenzufassen. Es ist richtig, dass es darüber hinaus natürlich noch viele Minderheiten gibt (z.B. die türkischen Aleviten) gibt, die aber von der Masse her keine allzu große Rolle spielen.
(2) Der Islam kennt -- anders als das Christentum -- keine Trennung von Religion und Staat, zumindest ist mir nichts derartiges bekant. Kleiner historischer Exkurs: Das Christentum wurde, beginnend ab Konstantin, durch *weltliche* Herrscher zur Legitimierung ihrer Macht verwendet. Der Islam hingegen hat selbst seinen Staat geformt und ausgebreitet, hat also inherent einen politischen Anspruch. Das ist aus meiner Sicht ein klarer Unterschied.
Eine *Behauptung*: In seinen Ursprüngen zu Zeiten Mohammeds ist der Islam klar politisch. Als Beleg reicht m.E. ein Blick in die Geschichte. Jetzt eine Hypothese: Diesen politischen Anspruch hat der Islam (in Form der o.g. Hauptströmungen) nie verloren. Um diese Hypothese zu widerlegen, würde es mir reichen zu erkennen, zu welchem Zeitpunkt der Islam (in Form der o.g. Hauptströmungen) diesen Anspruch abgelegt hat. Ich sehe diesen Punkt nicht; ich sehe lediglich Punkte in der Geschichte, an dem der Islam politische Macht verloren hat, aber wurde der Anspruch darauf aufgegeben? Dafür fehlt mir Evidenz.
(3) Kritik am Islam hat mit Rassimus überhaupt nichts zu tun. Mir ist es völlig egal, welche Haut-, Haar-, oder Augenfarbe oder Abstammung jemand hat, ob der groß oder klein ist, dick oder dünn - all das spielt in der Diskussion überhaupt keine Rolle. Ich würde darum bitten, mit Begriffen präzise umzugehen.
(4) Nun, soweit ich informiert bin, war die Hauptmotiv der Nazis keinesfalls das Judentum als Religion, sondern *die Juden* als Volk bzw. als "Rasse". Das es hier eine starken Zusammenhang gibt, liegt halt daran, dass das Judentum nicht missioniert, und man daher alle Anhänger der Religion grundsätzlich eine nähere genetische Verwandtschaft untereinander als zum Rest der Population unterstellen kann. Aber nur weil in diesem Fall "Religion" und "Rasse" weitgehend übereinstimmt, bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass *jede* Religionskritik automatisch Rassimus ist (siehe vorheriger Punkt).
1) wie wärs mit weitgehend säkularen moselms als relevante gruppe?
2) das christentum kennt auch keine trennung von staat und kirche. die bundesrepublik trennt staat und kirche übrigens weit weniger konsequent als die türkei.
dein historische exkurs ist schlicht falsch. überlege dir doch mal bitte aus welcher hand der mittelalterliche kaiser des hl römischen reiches seine krone empfangen hat. oder was ein fürstbischof in der frühen neuzeit war oder wer auf wessen macht sich absolutistische herrscher berufen haben. auch in christlichen gebieten wurden die rolle von religion und staat oder herrschern immer wieder neu ausverhandelt. "der" islam ist in seinen strömungen zu heterogen um allgemeine politische ansprüche zu formulieren oder im umkehrschluss auf diese zu verzichten. islamische gebiete waren über jahrhunderte in religösen fragen verhältnismäßig tolerant. was allerdings erstaunlich ist, ist dass es in den letzten jahrhunderten eine deutliche tendenz hin zu radikalen strömungen im islam gibt. das ist herausforderung mit der man sich auseinandersetzen sollte. ich finde es übrigens auch problematisch, dass in deutschland moscheen mit hilfsgeldern aus ländern gebaut werden, die tatsächlich problematisch sind. umso wichtiger erscheitn es mir, dass so etwas im sinne einer integrationsfördernden politik von der öffentlichen hand in deutschland selbst vorangetrieben wird, die mittelfristig auch die imame ausbilden und selbstverständlich auch bezahlen sollte.
3) ja, ich bleibe bei der these, dass hier bei dem ein oder anderen rassistische motive und beweggründe hinter der angeblichen kulturkritk stecken.
4) hier hast du insoweit recht, dass hier die begriffe von religion und rasse seitens der nazis vermischt wurden.

67

04.06.2016, 23:48

Muslim = eine aus einem "muslimischen" Land geflüchtete Person?
Mich würde man also als Christen zählen, falls ich mich entschließen sollte in Syrien einzuwandern?

Die Zahl der praktizierenden Muslime dürfte vermutlich noch geringer sein, wobei es sicher schwer ist, die passende Grenze zu definieren, wer wirklich Muslim ist und wer nicht. Aus Sicht der AfD reicht vermutlich die obige Definition. Den Nazis war es auch völlig egal, wer das Judentum praktiziert, solange nur unter den Vorfahren ein "Jude" vorkam...


:love:

68

05.06.2016, 01:19

Muslim = eine aus einem "muslimischen" Land geflüchtete Person?
Mich würde man also als Christen zählen, falls ich mich entschließen sollte in Syrien einzuwandern?

Die Zahl der praktizierenden Muslime dürfte vermutlich noch geringer sein, wobei es sicher schwer ist, die passende Grenze zu definieren, wer wirklich Muslim ist und wer nicht. Aus Sicht der AfD reicht vermutlich die obige Definition. Den Nazis war es auch völlig egal, wer das Judentum praktiziert, solange nur unter den Vorfahren ein "Jude" vorkam...


:love:


Da das nun schon zwei Mal erwähnt wurde, möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass ich das auch nicht so definieren würde (falls die Beiträge das andeuten wollten) und dass diese Zahlen als quick-and-dirty Approximation zu verstehen sind. Siehe:

Das Caveat bei all diesen Überlegungen ist natürlich, dass ich hier Nationalitäten mit Konfessionen gleichsetze [...]


In der von jemand anderem geposteten Thinktank Studie war ja die Rede von 80% muslimischen Flüchtlingen, aber wer weiß welche Bedeutung das im Endeffekt dann hat... Ich denke auch, dass meine Zahlen die tatsächliche Anzahl der zuwandernden Muslime eher konservativ überschätzen und dass viele der zuwandernden Muslime so gläubig sind wie Disaster. Aber da möchte ich mich jetzt auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - die Arbeit kann jemand mit mehr Motivation erledigen. :)

Abschließend zwei Punkte zu Wulfila:

1. Ich glaube, dass du Worfs Anregung hier ein bisschen aus dem Weg gehst. Ihm ging es nicht um den Vergleich zwischen weltlich und kirchlich an sich (den du ja korrekt einführst), sondern darum, dass du den schlimmsten Fall aus der einen Sphäre gegen einen normalen Fall der anderen abwägst ("einen Menschen wegen seines Glaubens umbringen"). Also der relevante Vergleich wäre der zwischen den Nazis und dem schlimmsten Fall an religiös motivierten Gräueltaten (was auch immer das dann ist).

2. Worf ging es meines Erachtens ebenfalls nicht darum, "Nationalsozialismus" zur Religion zu erklären. Menschen begreifen das nicht als Religion, da hast du vollkommen Recht. Ihm geht es aber auch nicht um die rein deskriptive Ebene ("heute gibt es die folgenden Religionen: Christentum, Judentum, Islam usw."), sonderm ihm geht es darum, welche Eigenschaften das Konzept einer Religion zentral konstituieren. Ein starker Glaube an irgendein Dogma wäre ein Beispiel für mich. Und so könnte man auch die Rassenlehre der Nazis verstehen.

Ich will Worf hier nicht Unrecht tun, aber so hatte ich seine Posts verstanden. Also falls ich hier Nebenkriegsschauplätze eröffne: Ich bitte vielmals um Verzeihung. :D
Artificial intelligence is no match for natural stupidity.

69

05.06.2016, 02:11

Ein starker Glaube an irgendein Dogma wäre ein Beispiel für mich.


Nach so einer Aussage wäre die Wissenschaft selbst ebenfalls eine Religion.
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

70

05.06.2016, 07:11

glaube: "feste Überzeugung, die nicht auf Fakten, Beweisen, sondern auf dem Gefühl beruht."

man glaubt daran/es wird einem eingetrichtert anderen überlegen zu sein.

damit ist ideologie sehr wohl im grundsatz mit relegion gleichzusetzen.

ob der typ dem man nachlatscht reinhard, tomás, bruder nr1 oder prantl heisst, nimmt sich in der letztendlichen blutrechnung nichts.

71

05.06.2016, 11:07

1) wie wärs mit weitgehend säkularen moselms als relevante gruppe?
2) das christentum kennt auch keine trennung von staat und kirche. die bundesrepublik trennt staat und kirche übrigens weit weniger konsequent als die türkei.
dein historische exkurs ist schlicht falsch. überlege dir doch mal bitte aus welcher hand der mittelalterliche kaiser des hl römischen reiches seine krone empfangen hat. oder was ein fürstbischof in der frühen neuzeit war oder wer auf wessen macht sich absolutistische herrscher berufen haben. auch in christlichen gebieten wurden die rolle von religion und staat oder herrschern immer wieder neu ausverhandelt. "der" islam ist in seinen strömungen zu heterogen um allgemeine politische ansprüche zu formulieren oder im umkehrschluss auf diese zu verzichten. islamische gebiete waren über jahrhunderte in religösen fragen verhältnismäßig tolerant. was allerdings erstaunlich ist, ist dass es in den letzten jahrhunderten eine deutliche tendenz hin zu radikalen strömungen im islam gibt. das ist herausforderung mit der man sich auseinandersetzen sollte. ich finde es übrigens auch problematisch, dass in deutschland moscheen mit hilfsgeldern aus ländern gebaut werden, die tatsächlich problematisch sind. umso wichtiger erscheitn es mir, dass so etwas im sinne einer integrationsfördernden politik von der öffentlichen hand in deutschland selbst vorangetrieben wird, die mittelfristig auch die imame ausbilden und selbstverständlich auch bezahlen sollte.
3) ja, ich bleibe bei der these, dass hier bei dem ein oder anderen rassistische motive und beweggründe hinter der angeblichen kulturkritk stecken.
1) Aus meiner Sicht ist das eine zu vernachlässigende Minderheit. Oh, vielleicht sollte ich das ergänzen: *Alle* Muslime die ich *persönlich* (mit Namen) kenne fallen m.E. genau in diese "säkulare" Gruppe, aber ich bin mir durchaus bewusst, dass das keine repräsentative Stichprobe ist. Nicht einmal für das Land in dem ich gerade lebe, aber *erst recht nicht* für die Migranten, um die es in der aktuellen Diskussion geht.
2) Du unterstreichst meinen Punkt: Es gab im Christentum immer weltliche und geistliche Führer, die zueinander teilweise in Konkurrenz um Einfluss standen und das immer wieder ausgehandelt haben.
Aber genau das war im Islam anders: Weltlicher und geistlicher Führer ist, nach der reinen Lehre, *ein und dieselbe Person*. Die Sunniten nennen die Person halt Kalif, und deren grundsätzliches Ziel ist das weltweite Kalifat. Liegt Religion+Politik in einer Hand, dann gibt es nichts mehr auszuhandeln. Der moderne türkische Staat war ein positives Beispiel wie (gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit) der Versuch unternommen wurde nach dem Ende des osmanischen Reiches, diese historischen Strukturen zu durchbrechen, aber momentan geht es ja (mit Willen der Bevölkerungsmehrheit) auch wieder eher in die andere Richtung.
Edit: Nochmal ein historischer Exkurs: Das osmanische Reich war der letzte Staat der das traditionelle Herrschaftsverständnis des Islams verkörpert hat, als Kalifat, Heimat bzw. Schutzmacht aller Muslime. Man kann spekulieren, dass der Untergang genau der Grund dafür ist, dass anschließend es innerhalb des Islams mehr oder mehr Radikalisierung gab. Man will, was man einst hatte, wieder zurück. Nur es gibt keinen Weg zurück zu solch einem Staat weil er in der modernen Welt nicht funktioniert.
(3) Bei dem einen oder anderen kann das so sein. Aber ich halte es für unsachlich, es automatisch jedem in der Diskussion zu unterstellen. Ich will jetzt gar nicht mit Analogien anfangen, ich denke wir sind uns einig, dass es immer gut ist zu differenzieren und sich mit den tatsächlich vorgebrachten Argumenten auseinanderzusetzen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »El_Marinero« (05.06.2016, 11:28)


72

05.06.2016, 11:30

Ein starker Glaube an irgendein Dogma wäre ein Beispiel für mich.


Nach so einer Aussage wäre die Wissenschaft selbst ebenfalls eine Religion.


Ähm, magst du das vielleicht noch ein bisschen weiter ausführen?
Artificial intelligence is no match for natural stupidity.

73

05.06.2016, 14:12

@El_Marinero
Habe bisher auch immer gedacht, dass die muslimischen Staaten keine klare Trennung von säkularer und geistlicher Macht kennen. Dem ist aber nicht so. Ich lese gerade "The Origins of Political Order" von Francis Fukuyama, darin wird der Frage nachgegangen, warum sich nur im Westen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und accountable government entwickelt haben. Sehr interessant, kann ich nur empfehlen...
Da Religion für die Entwicklung von Rechtssaatlichkeit eine entscheidende Rolle gespielt hat, wird auch intensiv auf den Islam und die muslimische Geschichte eingegangen. Nur die ersten paar Kalifen vereinten säkulare und geistliche Macht, bereits im elften Jahrhundert hatte der Kalif in Bagdad keine weltliche Macht mehr, bzw. wurde von der weltlichen Führern nicht mehr anerkannt. Umgekehrt hatten die weltlichen Führer dann aber keine geistliche Macht mehr, bzw. konnten nur Druck ausüben.
Der Osmanische Sultan war auch kein Kalif und nicht in der Lage die Scharia zu verändern. Allerdings gab es auch Gesetze die vom Sultan erlassen wurde, doch diese standen juristisch unter der Scharia. Die Scharia wurde von Geistlichen ausgelegt, diese wurden zwar vom Sultan ernannt waren in der Auslegung der Scharia aber unabhängig. Der große Unterschied zum Christentum besteht eher darin, dass sich nie ein Vatikanstaat entwickelt hat, der den weltlichen Herrschern die Stirn bieten konnte. Die Päpste erkämpften sich das Recht Bischöfe zu ernennen (Investiturstreit) und selbst Könige und Kaiser konnten der Kirche nichts anhaben und waren einem gewissen christlichen Recht unterworfen unterworfen. Ganz anders zum Beispiel die chinesischen Kaiser, die waren in keinster Weise durch Religion eingeschränkt und haben weltliche und geistliche Macht (Konfuzianismus) vereint.
Zum Osmanischen Reich muss man sagen, dass hier viele Völker und Religionen überraschend friedlich und über viele Jahrhunderte zusammengelebt haben. Für den allmählichen Untergang würde ich auch keine religiöse Radikalisierung verantwortliche machen, sondern eher die Korrumption alter Institutionen wie der Janitscharen. (Und später natürlich eine ausbleibende Industralisierung) Die Janitscharen wurden aus der christlichen Bevölkerung als Kinder zwangsrekrutiert, mussten zum Islam übertreten und wurden dann ausgebildet und in Heer und Verwaltung eingesetzt. Sie besetzen also die höchsten Posten im Staat. Anfangs durften sie keine Kinder haben und konnten daher nichts vererben. Dadurch waren sie äußerst loyal dem Sultan ergeben. Dadurch musste der Sultan anders als westliche Herrscher sich nicht mit einem mächtigen Erbadel arrangieren. Bis die Institution Janitscharen dann verwässert wurde...

74

05.06.2016, 14:20

Es gibt weder den monolithischen Islam noch die homogene AfD. Momentan scheint es so, dass in beiden sehr heterogenen Gruppierungen jene in der Öffentlichkeit dominieren, welche am lautesten und radikalsten auftreten. Dafür die Anhänger und Sympathisanten in Sippenhaft zu nehmen und mit Pauschalurteilen, Verallgemeinerungen und Betonung der extremsten Positionen zu tabuisieren und vorzuverurteilen zeugt von Unwillen.

Den radikalen Schreihälse muss entschieden engegengetreten werden. Jedoch ist eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung kaum möglich ist, weil viele im eigenen Weltblid anscheinend gefangen sind.
Chance favors the prepared mind

75

08.06.2016, 23:45

Natürlich gibt es den Islam. Er manifestiert sich im Koran und in den Hadithen, und die weit überwiegende Mehrheit der Muslime sind der Ansicht, dass der Koran das wahre Wort Gottes (das für sich genommen ist schon blöd genug) sei und Mohammed der perfekte Mensch.

76

08.06.2016, 23:48

Es gibt weder den monolithischen Islam noch die homogene AfD. Momentan scheint es so, dass in beiden sehr heterogenen Gruppierungen jene in der Öffentlichkeit dominieren, welche am lautesten und radikalsten auftreten. Dafür die Anhänger und Sympathisanten in Sippenhaft zu nehmen und mit Pauschalurteilen, Verallgemeinerungen und Betonung der extremsten Positionen zu tabuisieren und vorzuverurteilen zeugt von Unwillen.

Den radikalen Schreihälse muss entschieden engegengetreten werden. Jedoch ist eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung kaum möglich ist, weil viele im eigenen Weltblid anscheinend gefangen sind.

also die angeblich inhomogene AfD betrachtet den Islam ziemlich monolithisch...und das sehr homogen...

@Malone:
ist das Hypothese oder Behauptung?

78

09.06.2016, 10:33

Nachdem über 200 Flüchtlingsheime von Nazis angezündet wurden, müsstet ihr es doch derbe abfeiern, dass endlich mal eines von Flüchtlingen selbst angezündet wurde. :evil:
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

79

09.06.2016, 12:45

Ich gebe mal zu bedenken, dass nicht jeder Brandstifter, der ein Flüchtlingsheim angezündet hat, auch automatisch ein Nationalsozialist ist. Auch nicht jeder Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Wir könnte ja hier im Masters mal eine Umfrage machen. 5 Thesen entwickeln, von Refugees Welcome bis "Nicht mal Kriegsflüchtlinge" (was nicht mal Pegida oder AfD so vertreten), und dann abstimmen. Bin gespannt, was sich im aufgeklärten Masters für ein Stimmungsbild einstellt.

80

09.06.2016, 13:03

Warum genau sollte man ein Flüchtlingsheim anzünden? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand der nur Feuerteufel spielen will von zig Gebäuden ausgerechnet eine Flüchtlingsunterkunft auswählt? Eher gering vermutlich, da steckt wohl immer eine politische Motivation dahinter.

Du kannst doch eine solche Umfrage einfach erstellen... "Nicht mal Kriegsflüchtlinge" gehört aber eher in die Mitte, ans Ende gehört sowas wie: "Alle die seit der dritten Generation hier leben raus".
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

81

09.06.2016, 13:10

Man kann ein Flüchtlingsheim durchaus auch aus fremdenfeindlichen Motiven anzünden (oder auch nur aus ökonomischen), ohne gleich Nazi sein zu müssen. Ich wollte darauf hinweisen, dass du den Begriff Nazi nur defamatorisch denn inhaltlich gebrauchst.

Sowas wirft viele Fragen auf, wie: Wann ist jemand ein nazi (oder Katholik, oder Muslim etc.). Nur, wenn er sich selbst dazu bekennt? Oder genau dann, wenn er alle konstituierenden Merkmale erfüllt? Das führt uns bspw. zur Frage, ob bspw. "echte" Christen (Muslims, Schotten) Mörder sein können... oder ob alle Mörder eben keine echten XYZ sind, weil sie ja etwas "böses" gemacht haben, was im Widerspruch dazu steht XYZ zu sein.

Dieser ganzen Problematik wird deine Aussage nicht gerecht. Es ist letztlich nur eine defamatorische Unterstellung ohne ausreichende empirische Evidenz. So kann man diskutieren, sollte man vielleicht aber nicht gerade - vor allem nicht bei solchen Themen.

@Umfrage: Ich kann sie gern erstellen. Will aber vorher einen Konsens über die Fragen herstellen.
Du kannst doch eine solche Umfrage einfach erstellen... "Nicht mal Kriegsflüchtlinge" gehört aber eher in die Mitte, ans Ende gehört sowas wie: "Alle die seit der dritten Generation hier leben raus".

Mal ganz ehrlich, wenn meine extrem-Aussage "in die Mitte" gehört und deine das Extremum darstellt, will ich nicht wissen wie deine präferiertes Fragespektrum aussieht. Dann gibt es zwischen Refugees Welcome und einer Position rechts von PEGIDA und AfD nur eine Unterteilung, welche komplett bspw. alle im Bundestag vertretenen Parteien enthält? lol

82

09.06.2016, 13:15

In der NSDAP waren auch nicht alle überzeugte Nazis, das ist mir genug Empirismus.
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

83

09.06.2016, 13:37

@El_Marinero
Habe bisher auch immer gedacht, dass die muslimischen Staaten keine klare Trennung von säkularer und geistlicher Macht kennen. Dem ist aber nicht so. Ich lese gerade "The Origins of Political Order" von Francis Fukuyama, darin wird der Frage nachgegangen, warum sich nur im Westen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und accountable government entwickelt haben. Sehr interessant, kann ich nur empfehlen...
Da Religion für die Entwicklung von Rechtssaatlichkeit eine entscheidende Rolle gespielt hat, wird auch intensiv auf den Islam und die muslimische Geschichte eingegangen. Nur die ersten paar Kalifen vereinten säkulare und geistliche Macht, bereits im elften Jahrhundert hatte der Kalif in Bagdad keine weltliche Macht mehr, bzw. wurde von der weltlichen Führern nicht mehr anerkannt. Umgekehrt hatten die weltlichen Führer dann aber keine geistliche Macht mehr, bzw. konnten nur Druck ausüben.
Sorry für die späte Antwort auf das hier.
M.E. ist die Frage nicht, ob *muslimische Staaten* eine klare Trennung von säkularer und geistlicher Macht kennen, sondern was "der Islam" selbst dazu sagt. Was ist der angestrebte Idealzustand? Hier glaube ich, das nachwievor gilt (zumindest bei den Sunniten): Grundsätzlich ist das Kalifat das Ziel.
Es ist völlig richtig, dass in der Geschichte, dieser "Idealzustand" nur in der Anfangsphase praktisch umgesetzt war, aber das ist halt genau die Zeitperiode, in der der Islam, relativ zum Rest der Welt, am erfolgreichsten war.
Muslimische Logik: Um den Islam wieder bedeutend/erfolgreich zu machen, muss man sich auf die Ursprungswerte zurückbesinnen (genau das macht ja Salafismus etc.).

Leider enthält das den Denkfehler, dass der Erfolg in den ersten Jahrhunderten der strikten Befolgung der religiösen Lehre und dem Willen Allahs zugeschrieben wird, und diese Kausalität ist doch eher zweifelhaft.
Religion spielte sicher eine gewisse Rolle bei der Einigung der
arabischen Stämme und zur Erzeugung eines bis dato nicht gekannten
Gemeinschaftsgefühls, mit dem sich besser Krieg führen lässt, aber ein mindestens genauso großer Faktor war die "zufällig" zum selben Zeitpunkt auftretende Schwäche der umliegenden Großmächte (Byzantiner / Sassaniden), welche wohl erst die Gelegenheit zur Expansion ergab.

84

09.06.2016, 13:51

In der NSDAP waren auch nicht alle überzeugte Nazis, das ist mir genug Empirismus.

Es gibt ja durchaus gute Argumente das jemand ein Nationalsozialist ist, wenn er Mitglied der Nationalsozialistischen Partei ist. Die Frage ist nur, ob man auch ein Nazi sein kann, ohne da Mitglied zu sein. Denkt man es inhaltlich abstrakt zu Ende, dann ist dies nicht einfach. Es gibt aber imho mehr und bessere Gründe dafür als dagegen, um niemanden als Nazi zu bezeichnen, der sich nicht selbst offen dazu bekennt. Genauso wie ich einem pädophilen Priester auch nicht abstreite Katholik zu sein. Wenn er sich selbst so bezeichnet, dann ist er es eben.

Man könnte nach äußeren Wesensmerkmalen fragen, welche einen Nationalsozialisten unzweifelhaft identifizieren. Aber es gehört imho schon einiges an geistiger Verrenkung und auch an intellektueller Abstinenz dazu, die Tatsache der Brandstiftung einer Flüchtlingsunterkunft als hinreichendes Merkmal für einen Nationalsozialisten zu postulieren. Was übrigens die anzündenden Flüchtlinge, per definitionem, auch zu Nazis macht. Oder sind die beiden Merkmale: Brandstifter und kein Flüchtling ausreichend für einen Nazi? Ich denke nicht, dies gibt zumindest eine inhaltliche Befassung des Begriffs Nationalsozialist nicht her.

85

09.06.2016, 18:31

Mal wieder eine typisch Worfsche Goldwägelchen-Argumentation.

Es gibt nicht "den Nationalsozialisten" wie es auch nicht "den Moslem" gibt. Wer als Nichtbewohner ein Asylantenheim anzündet, hat sicher hohes Potential zur extremistischen Fremdenfeindlichkeit. Wer dabei in Kauf nimmt, dass Menschen zu Schaden oder gar umkommen, ist einer nationalsozialistischen Ideologie sehr nahe. Da man wohl kaum von Notwehr ausgehen kann (auch bei extremer Angst vor Fremden), handelt er offensichtlich ganz im Sinne eines Herrenrassendenkens, die ihm das Recht gibt, minderwertige oder unerwünschte Menschen, die ihm persönlich nichts getan haben, zu verletzen / zu töten, nur aufgrund einer rassistischen Einordnung. Wenn man den nicht Nazi nennen darf, wen dann?

86

09.06.2016, 18:59

Mal wieder eine typisch Worfsche Goldwägelchen-Argumentation.

Es gibt nicht "den Nationalsozialisten" wie es auch nicht "den Moslem" gibt. Wer als Nichtbewohner ein Asylantenheim anzündet, hat sicher hohes Potential zur extremistischen Fremdenfeindlichkeit. Wer dabei in Kauf nimmt, dass Menschen zu Schaden oder gar umkommen, ist einer nationalsozialistischen Ideologie sehr nahe. Da man wohl kaum von Notwehr ausgehen kann (auch bei extremer Angst vor Fremden), handelt er offensichtlich ganz im Sinne eines Herrenrassendenkens, die ihm das Recht gibt, minderwertige oder unerwünschte Menschen, die ihm persönlich nichts getan haben, zu verletzen / zu töten, nur aufgrund einer rassistischen Einordnung. Wenn man den nicht Nazi nennen darf, wen dann?
+1
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

Attila

Erleuchteter

Beiträge: 7 119

Wohnort: Kiel

Beruf: GER

  • Nachricht senden

88

09.06.2016, 21:12

+2
www.teamcyclone.de
ATM playing: Halo Wars 2

Never Settle!
#UmparkenImKopf

89

09.06.2016, 21:38

Es gibt auch Medien die von bis zu 1.300 rechtsextrem motivierten Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte alleine 2015 sprechen.

Man muss sich immer nur die richtige Quelle passend zur eigenen Wahrheit aus dem Internet fischen. ;)
Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen die wir bis jetzt ausprobiert haben!

Thema bewerten